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Profibus ist der etablierte Feldbus-Standard, der seit den 1990er Jahren in der Industrieautomation eingesetzt wird. Profinet ist der ethernet-basierte Nachfolger und setzt sich in modernen Anlagen zunehmend durch. Beide Systeme können in einer Anlage parallel betrieben werden – der Umstieg ist jedoch mit deutlichen Leistungsvorteilen verbunden.

PROFIBUS (Process Field Bus) ist ein klassischer bzw. universeller Feldbus, der flächendeckend in der Automatisierungstechnik eingesetzt wird. Er ist einer der ersten seriellen Feldbussyteme, die das verteilen digitaler Automatisierungsgeräte auf Feldebene ermöglichen. Als Übertragungsmedium nutzt Profibus RS-485, ein verdrilltes Kupferkabel, das zuverlässige Datenübertragung in industriellen Umgebungen ermöglicht. Mit einer maximalen Übertragungsrate von bis zu 12 Mbit/s erlaubt es eine schnelle und effiziente Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten und Systemen.
Die Datenübertragung erfolgt zyklisch, was eine klare Struktur und Synchronisation gewährleistet, jedoch ohne die erweiterten Echtzeitmöglichkeiten neuerer Standards. Hinsichtlich der Netzwerkstruktur beschränkt sich Profibus auf Linien- und Baumtopologien, die in vielen automatisierten Anlagen etabliert sind. Die IT-Integration von Profibus ist aufgrund seines proprietären Protokolls eingeschränkt und bietet weniger Flexibilität bei der Vernetzung mit modernen IT-Systemen. Auch die Diagnosemöglichkeiten sind im Vergleich zu neueren Industriestandards begrenzt, was die Fehlerbehebung erschweren kann. Dennoch bleibt Profibus aufgrund seiner Verbreitung und Stabilität eine beliebte Wahl in der Automatisierungswelt.

PROFINTE (Process Field Network) hingegen basiert auf einem Industrial Ethernet-Standard zur Datenübertragung und ermöglicht damit nicht nur die Verknüpfung der Feldebene, sondern gewährleistet auch eine Kombination mit industriellen IT-Funktionen; also eine Verknüpfung hinein bis in die „Büroebene“. Es verwendet Twisted-Pair- sowie Glasfaserkabel als Übertragungsmedium und ermöglicht deutlich höhere Übertragungsraten im Vergleich zu Profibus. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s (Fast Ethernet) und der Möglichkeit, 1 Gbit/s zu erreichen, ist Profinet optimal für datenintensive Anwendungen geeignet. Zusätzlich unterstützt es erweiterte Echtzeitklassen wie RT (Real-Time) und IRT (Isochronous Real-Time), die auch in komplexen und zeitkritischen Anwendungen für höchste Präzision sorgen.
Profinet ist zudem abwärtskompatibel zu Profibus und lässt sich über Proxy-Geräte in bestehende Systeme integrieren. Ein weiterer Vorteil von Profinet ist seine flexible Netzwerkstruktur. Im Gegensatz zu Profibus ermöglicht es Linien-, Stern- und Ringtopologien, wodurch sich die Netzwerke individuell an die Gegebenheiten vor Ort anpassen lassen. Hinsichtlich der IT-Integration glänzt Profinet durch vollständige TCP/IP-Kompatibilität und die Unterstützung von OPC-UA, was eine nahtlose Verbindung zu modernen IT-Systemen sicherstellt. Auch die Diagnosemöglichkeiten sind umfangreich: Über einen Web-Browser können Online-Diagnosen durchgeführt und detaillierte Informationen abgerufen werden.
| Profibus empfohlen bei... | Profinet empfohlen bei... |
|---|---|
| Bestehender Profibus-Anlage ohne Erweiterungsbedarf | Neubau oder Modernisierung von Produktionsanlagen |
| Kleinen und mittelgroßen Netzwerken ohne Echtzeit-Anforderungen | Hohen Anforderungen an Echtzeit und Zykluszeit |
| Budgetbeschränkungen bei Neuinvestitionen | Industrie 4.0-Projekten und IIoT-Anbindung |
| Umgebungen ohne IT-Integration erforderlich | Komplexen Netzwerktopologien mit vielen Teilnehmern |
Profinet und Profibus sind nicht direkt kompatibel, da sie unterschiedliche Übertragungsmedien nutzen (Ethernet vs. RS-485). Über sogenannte Proxy-Geräte können jedoch Profibus-Teilnehmer in ein Profinet-Netzwerk eingebunden werden. Für die Neuverkabelung empfiehllen wir die passenden chainflex Profinet-Leitungen.
Nein. Profibus und Profinet verwenden grundlegend unterschiedliche Kabeltypen. Profibus setzt auf RS-485-Kabel mit einem Wellenwiderstand von 150 Ohm, während Profinet Ethernet-Kabel nach IEC 61784-5-3 erfordert (100-Ohm-Wellenwiderstand). Eine Verwendung von Profibus-Kabeln für Profinet-Anwendungen führt zu Übertragungsfehlern.
Profibus erreicht eine maximale Übertragungsrate von 12 Mbit/s. Profinet basiert auf Fast Ethernet und überträgt standardmäßig mit 100 Mbit/s – also rund achtmal schneller. Mit Gigabit-Ethernet sind sogar 1 Gbit/s möglich. Für Echtzeitanwendungen bietet Profinet zudem Isochronous Real-Time (IRT) mit Zykluszeiten unter 1 ms.
Wir bieten Profinet Leitungen an, die speziell für den Einsatz in Energieketten entwickelt sind. Dazu zählen Typ C für geschleppte Anwendungen und Typ R für rotierende Anwendungen.
Ja, insbesondere bei Neubau, Anlagenerweiterungen oder wenn Industrie-4.0-Funktionen gefragt sind. Profinet bietet deutlich höhere Bandbreite, flexiblere Netzwerktopologien und umfangreichere Diagnosemöglichkeiten. Die Umrüstungskosten amortisieren sich in der Regel schnell durch reduzierte Stillstandzeiten und vereinfachte Fehlerdiagnose. Wir beraten Sie gerne bei der Leitungsauswahl.
Standard-Ethernet-Kabel sind nicht für Bewegungsanwendungen ausgelegt. chainflex Profinet-Leitungen sind speziell für den Einsatz in Energieketten, Schleppanwendungen und Robotik entwickelt – mit bis zu 10 Millionen Biegezyklen garantiert. Wir bieten eine Lebensdauergarantie und kostenlosen Online-Kalkulator zur Lebensdauerberechnung.
PROFIBUS ist die ältere Feldbus-Technologie und findet sich noch häufig in Bestandsanlagen. PROFINET ist der moderne Nachfolger auf Ethernet-Basis, bietet höhere Geschwindigkeiten, bessere Diagnosemöglichkeiten und ist heute die bevorzugte Lösung für neue Automatisierungsanlagen.